Siggi Mertens ist einer von denen, die du in Münster am Rand siehst – nie auf den ganz großen Bühnen, aber immer da, wo es interessant wird. Wenn du seinen Namen googelst, stolperst du über Bandfotos, Rare-Guitar-Plakate, Schulprojekte – nur Wikipedia sagt: kenne ich nicht. Genau deshalb klingeln wir bei ihm durch. Am Telefon sitzt ein 70-Jähriger, der behauptet, eher schüchtern zu sein, während er montags und dienstags noch Musik unterrichtet, abends im Keller Highway-Star-Soli übt und mit seiner Band „VAN DAM“ Klubs auseinander nimmt. Dazwischen schreibt er Mails an Mickie Krause, erinnert sich an Umzüge im Ford Transit nach West-Berlin und fragt sich bis heute, warum ausgerechnet er niemals Plan A, sondern immer Plan B gelebt hat. Ein Gespräch über Gitarren, Glück, Scheitern und die Frage, wozu man Musik macht, wenn der Ruhm ausbleibt.
Hier sitzt er also wieder vor mir, Ede Wolf, Gitarrist, Journalist, Schließmuskel-Urgestein und wandelnde Geschichtsschleuder des Niederrheins. Einer, der es schafft, in einem Satz sowohl Münsteraner Liegeradfahrer als auch die Punkvergangenheit von Hamminkeln ordentlich durchzuschütteln – und dabei trotzdem freundlich zu lächeln. Wir reden über 40 Jahre Bandgeschichte, über Namen, die damals verboten gehörten und heute auf Spotify aufploppen, über Boxersequenzen in Musikvideos und den erstaunlichen Umstand, dass selbst Liegeradfahrer ihren Spaß an einem Song haben, der sie eigentlich anblafft. Ede trinkt Kaffee, erzählt ohne Punkt und Komma und wirkt dabei wie einer, der nie aufgehört hat, Flausen zu haben. Und genau deshalb sitzt Schließmuskel plötzlich wieder mitten im Leben – räudig, laut, hungrig.
Er ist wohl der berühmteste „Cold Case“ der Kriminalgeschichte. Jedenfalls kennt Dennis Kunert keinen, der noch mehr die Gemüter erhitzt oder zu mehr Spekulationen geführt hätte: Der nie entlarvte Londoner Frauenmörder, dem der Name „Jack the Ripper“ gegeben wurde. Warum und von wem, erzählt der Münsteraner im Interview. Denn er hat mit seinem Podcast „Vom Mörder zum Mythos“ auf Spotify eine echte Fan-Gemeinde gefunden.
Wie kann man sich in die Lage von Schwerstkranken und Sterbenden hineinversetzen? Wie lässt sich erahnen, was am Ende des Lebens auf uns zukommt? Antworten gibt es in dem von Fachkritik und Publikum gelobten packenden Kulturexperiment „zwischen//welt“ von Thomas Nufer. Am 21. Februar (Samstag) wird es um 19:30 Uhr im Kulturbahnhof Hiltrup aufgeführt. Möglich machte dies der Pädagoge und Moderator Reinhard J. Plettenberg vom Verein Kulturbahnhof Hiltrup e.V.

Liebe Leserinnen und Leser,
während die Welt weiter die One-Man-Show von Donald Trump verfolgt, waren wir natürlich nicht untätig. Wir waren für euch unterwegs und haben spannende, schräge, kluge und großartige Menschen interviewt. Vielfalt? Check. Unterhaltung? Doppel-Check.
Tom Feuerstacke traf Siggi Mertens – und sagen wir es, wie es ist: Wenn man in Münster einen Gitarrenkoffer schüttelt, fällt irgendwo Siggi raus. Ob mit Marilyn Rock, als BAP noch im Vorprogramm schwitzte, oder mit Razzle Dazzle – dieser Mann hat mehr Musikgeschichte erlebt als Spotify Playlists hat. Kurz: Wer musikalische Spuren sucht, stolpert über ihn.
Arndt Zinkant wiederum begegnete Dennis Kuhnert. Im Gespräch plaudert er über seinen Podcast „Vom Mörder zum Mythos“ – True Crime, aber bitte mit Haltung und Hirn.
Tod und Heiterkeit – passt das zusammen? Peter Sauer wollte es wissen und traf den Volkswirt und Pädagogen Reinhard J. Plettenberg. Spoiler: Es wird tiefgründig. Und überraschend heiter.
Und dann: Tom Feuerstacke. Ede Wolf. Ein Liegefahrrad. Gemeinsam rasen sie durch die Stadt und sprechen – warum auch nicht – über den Schließmuskel. Journalismus am Limit? Nein, Themen, die wichtig sind!
Ihr seht: Diese Ausgabe hat alles – Musiklegenden, Podcast-Pioniere, philosophische Todesfragen und very deep Talk über very private Körperfunktionen.
Viel Spaß beim Schmökern
Salve,
Euer Ekki


















