Ja oder Nein...

Aktualisiert: 22. Nov.



Die FIFA hat abgestimmt. Katar ist der Gastgeber. Die Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen. Alles unter verkehrten Vorzeichen. War man in der Vergangenheit euphorisch und freute sich auf Sportereignisse, ist man bei dieser WM schockiert und wendet sich ab. Es gibt unzählige Gründe, sich keines der Spiele anzuschauen. Und eigentlich keinen, es doch zu tun. Zumindest nicht, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


Denn 3000-15.000 tote Wanderarbeiter und massive Menschenrechtsverletzungen kann man nicht einfach ausblenden. Infantino als Präsident der FIFA schon und der glänzt mit einer astreinen Diktatur. Die Chefs der nationalen Verbände kuschen und versuchen fadenscheinig ihren Protest zu äußern, aber in letzter Instanz kuschen sie. „One Love“ ist Geschichte. Das Einzige, was bleibt: Niemand von den Herren wird sagen können, er habe von nichts gewusst. Alles sichtbar, alles dokumentiert und niemand wird sich verstecken können. Ganz einfach. Oder nicht? Jeder Einzelne wird entscheiden müssen, wie er sich positioniert. Aber was machen wir mit den Millionen von Kindern und Jugendlichen, die diesen Sport lieben. Die Woche für Woche hart dafür trainieren, um am Wochenende auf Punktejagd zu gehen. Das geschieht organisiert in eben diesen Verband, der auch heute eingeknickt ist. Wer entscheidet für sie? Sind wir diejenigen, die das Recht dazu haben, einem Kind zu sagen, dass es seinen Vorbildern nicht zuschauen darf, wie sie um die Trophäe sportlich kämpfen?


Auf der Suche nach Antworten habe ich Jonas Thöring getroffen, der als pädagogische Fachkraft im JoBu arbeitet. In diesem Jugendzentrum ist man einen besonderen Weg gegangen. Die Kids entscheiden selbst, was sie wollen. Sie können sich niederschwellig über Katar und die WM ins Gespräch kommen und sich an einer Abstimmung beteiligen, ob die Spiele gezeigt werden oder nicht. Ein Ansatz, der mir spannend erscheint und den mir Jonas erklärt hat. Zu lesen am kommenden Mittwoch.




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