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2022-11-07 Stadtgeflüster Illustration Ekki kurz.tif

Gassi über 400 Fincas, politische Kühlschränke, 500 Meter zum Meer – und ein rotes Telefon, das erstaunlich viel über Urlaub weiß.

Finca auf Mallorca mieten? Gassi hätte da ein paar Fragen.

Eine Finca auf Mallorca zu finden, müsste eigentlich einfach sein. Haus. Pool. Sonne. Fertig. Gassi sieht das naturgemäß etwas anders. Er hat sich angesehen, was nach drei Tagen Urlaub wirklich wichtig wird, warum zwölf Betten noch lange keine gute Finca für zwölf Menschen ergeben und weshalb 500 Meter zum Meer eine mathematische Angabe, aber noch lange keine Urlaubserfahrung sind. Und dann wäre da noch dieses alte rote Telefon, das in den WOW FINCAs steht. Dazu später mehr.

STADTGEFLÜSTER: Gassi, was ist eigentlich aus dir geworden? Man hört, du beschäftigst dich inzwischen mit Fincas auf Mallorca.

GASSI: Ich beschäftige mich mit Urlaub. Fincas sind nur die Gebäude, in denen er stattfindet.


Das klingt verdächtig philosophisch.

Ich habe viel Zeit.


Auf deinem Boot?

Unter anderem. Und ich habe festgestellt, dass Menschen monatelang auf Urlaub warten und dann drei Abende lang 400 Fincas im Internet vergleichen. Irgendwann sitzen zwei Erwachsene schweigend vor einem Laptop und diskutieren darüber, ob ihnen Pool Nummer 137 besser gefällt als Pool Nummer 82. Das kann doch nicht der Anfang von Erholung sein.


Und deshalb WOW FINCA?

Deshalb lieber weniger Häuser. Dafür welche, bei denen wir sagen können, warum man dort Urlaub machen sollte. Am Meer. Im Dorf. Mit großem Pool. Für sechs Leute. Für zwölf. Für Familien. Es muss nicht für jeden passen. Es muss für die Richtigen passen.


Was kann man denn bei einer Finca groß falsch machen? Haus, Schlafzimmer, Pool – fertig.

Das dachte ich früher auch.


Und dann?

Dann habe ich Menschen im Urlaub beobachtet.


Das klingt etwas beunruhigend.

Ist aber lehrreich. Auf Fotos interessieren sich alle für den Infinity-Pool. Nach drei Tagen interessieren sie sich plötzlich dafür, warum es nur eine Kaffeemaschine gibt.


Was ist denn wirklich wichtig?

Kommt darauf an, mit wem du fährst. Zu sechst ist vieles noch Urlaub. Bei acht Leuten sollte man langsam Badezimmer zählen. Bei zehn wird der Kühlschrank politisch. Bei zwölf brauchst du verschiedene Sitzgruppen. Und bei sechzehn würde ich persönlich einen Organisationsplan und einen Menschen mit Klemmbrett empfehlen.


Matti?

Zum Beispiel.

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Gassi sieht alles

Ihr sortiert die Fincas deshalb auch nach Personenzahl?

Natürlich. „Für zwölf Personen“ bedeutet ja noch lange nicht, dass zwölf Personen dort glücklich werden. Zwölf Schlafplätze bekommt man irgendwie hin. Spannend wird es morgens um halb neun, wenn zwölf Leute gleichzeitig Kaffee wollen und jemand seit 23 Minuten das einzige Badezimmer blockiert.


Also ist größer automatisch besser?

Nein. Aber Platz verhindert Dinge.


Welche Dinge?

Gespräche, die mit „Wer hat eigentlich meine …“ anfangen.


Und bei Familien?

Noch einmal eine völlig andere Wissenschaft. Menschen ohne Kinder reisen mit einem Koffer nach Mallorca. Menschen mit einem Baby verlassen Deutschland wie eine mittlere UN-Mission.


Kinderwagen, Reisebett, Hochstuhl …

Autositz, Babyphone, Flaschen, Spielzeug, Schwimmzeug. Und dann sitzt Vater am Flughafen auf einem Koffer, weil er nicht mehr zugeht. Wir haben irgendwann gedacht: Vielleicht muss das Zeug gar nicht fliegen.


Und jetzt kann man es über euch zur Finca bestellen?

Genau. Kinderwagen, Reisebett, Hochstuhl, Autositz, Spielzeug und einiges mehr. Das steht dann auf Mallorca bereit. Ich finde, ein Kinderwagen muss nicht unbedingt 1.500 Kilometer reisen, um danach wieder genau derselbe Kinderwagen zu sein.


Kommen wir zur Lage. Wo sollte man auf Mallorca eine Finca mieten?

Das ist die falsche Frage.


Natürlich.

Die Frage ist: Was willst du morgens machen?


Erklär das.

Willst du aufstehen und zum Bäcker laufen? Willst du aufs Meer schauen? Willst du absolute Ruhe? Willst du mit Kindern schnell am Strand sein? Willst du abends zu Fuß essen gehen? Oder willst du irgendwo sitzen, wo außer drei Schafen zwei Stunden lang überhaupt nichts passiert? Danach können wir über Norden, Osten oder Süden reden.


Die Regionen unterscheiden sich also stärker, als viele denken?

Natürlich. Im Norden hast du Berge, lange Strände, alte Orte. Im Osten kleine Buchten, Küstenorte und ein Hinterland, in dem es sehr schnell sehr ruhig wird. Im Süden viel Küste, Licht, Meer. Aber manchmal entscheidet am Ende nicht die Region.


Sondern?

Der Bäcker fünf Minuten weiter.


Du hast ein auffälliges Verhältnis zu Bäckern.

Morgens entscheidet sich viel.


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Katja und Gassi – bei so WOW

Auf eurer WOW-FINCA Seite steht auch ziemlich deutlich, dass die schönste Finca nicht unbedingt die richtige ist.

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Satz überhaupt. Fotos können Pools hervorragend. Fotos können dir aber nicht sagen, wie sich Dienstagmorgen anfühlt.


Was passiert Dienstagmorgen?

Die Milch ist alle.


Natürlich.

Und dann erfährst du, ob „ruhige Lage“ bedeutet, dass du wunderschön zwischen Olivenbäumen wohnst – oder dass du für einen Liter Milch 20 Minuten Auto fährst.


Das berühmte Mallorca-Nirgendwo.

Kann fantastisch sein. Ich liebe das Nirgendwo. Aber man sollte vorher wissen, dass man dort ist.


Ähnlich ist es vermutlich mit „500 Meter zum Meer“?

Mein Lieblingssatz.


Warum?

Weil 500 Meter eine mathematische Angabe sind und keine Urlaubserfahrung.


Was soll das heißen?

500 Meter hin können ein wunderschöner Spaziergang sein. 500 Meter zurück können bergauf gehen. Bei 34 Grad. Mit zwei Kindern, einer Kühltasche und einem aufblasbaren Flamingo, den morgens unbedingt jemand kaufen musste.


Der Flamingo taucht bei dir erstaunlich häufig auf.

Mallorca hat mich geprägt.


Also sollte man bei einer Finca am Meer genauer hinschauen?

Unbedingt. Wie weit ist der Strand wirklich? Ist es Luftlinie oder Fußweg? Gibt es überhaupt einen vernünftigen Zugang zum Meer? Kann man abends zu Fuß essen gehen? Wo kauft man ein? Wir wollen nicht nur wissen, wie viele Quadratmeter ein Haus hat. Quadratmeter holen morgens kein Brot.


Braucht man bei einer Finca auf Mallorca immer einen Mietwagen?

Nein. Aber oft. Wenn du draußen auf dem Land wohnst, würde ich einen nehmen. Wenn du mitten in einem Ort wohnst und Restaurants, Einkauf und vielleicht sogar Strand zu Fuß erreichst, sieht die Sache anders aus. Deshalb finde ich pauschale Antworten immer schwierig.


Du machst Urlaub komplizierter, als er klingt.

Im Gegenteil. Ich möchte die komplizierten Sachen vorher klären, damit der Urlaub hinterher einfach ist.


Apropos einfach. Wir müssen über dieses rote Telefon reden.

Welches?


Das alte rote Wählscheibentelefon, das bei euch in den Fincas steht.

Ach das.


Gassi. Es steht auf einer Stele mitten im Haus.

Ja.


Warum?

Weil wir ein Telefon brauchten.


Im Jahr 2026?

Offenbar.


Was kann das Ding?

Eine Nummer wählen.


Eine?

Unsere.


Das heißt, ich nehme den Hörer ab und …

… jemand von WOW FINCA ist dran.


Das ist absurd.

Danke.


Und was sage ich dem?

Was du willst.


Das dürfte gefährlich sein.

Wir haben Grenzen.


Zum Beispiel?

Ich verrate sie ungern.


Also ernsthaft: Wofür ist das rote Telefon da?

Du sitzt morgens beim Frühstück und willst heute aufs Meer. Ruf an. Ihr möchtet abends Paella in der Finca. Ruf an. Fahrräder? Ruf an. Massage? Ruf an. Restaurant? Ruf an. Babysitter? Ruf an. Irgendjemand hat den Kinderwagen zu Hause gelassen? Ruf an.


Der Kühlschrank ist leer?

Unbedingt anrufen.


Das war klar.

Es gibt Situationen, in denen man nicht experimentieren sollte.


Warum nicht einfach WhatsApp?

Geht natürlich auch.


Und warum dann dieses Telefon?

Weil niemand nach dem Urlaub erzählt: „Und dann habe ich denen eine WhatsApp geschrieben.“


Okay. Der Punkt geht an dich.

Du stehst in einer Finca auf Mallorca, nimmst ein knallrotes Telefon aus einer anderen Zeit in die Hand und sagst: „Wir hätten heute Abend gern einen Koch.“ Das merkt man sich.


Ist das der WOW-Faktor?

Das Telefon selbst nicht.


Sondern?

Dass jemand rangeht.


Das war jetzt fast gut.

Ich weiß.


Und dann organisiert ihr tatsächlich den Koch?

Wenn es möglich ist, ja. Oder Paella, Tapas, Dinner, Grill. Wir kennen Leute auf Mallorca, die ihre Sache richtig gut machen. Genau darum geht es.


Yoga?

Auch.


Machst du Yoga?

Ich besitze eine Matte.


Das war nicht die Frage.

Nächste Frage.


Massage?

Ja.


Fahrräder?

Ja.


Boot?

Ja.


Babysitter?

Ja.


Und neuerdings sogar Haare?

Andrea.


Natürlich kennst du den Namen sofort.

Gute Haare, bisschen Gossip, gute Laune. Kommt zur Finca. Ich sehe keinen vernünftigen Grund, warum man dafür im Urlaub irgendwo hinfahren sollte.


Langsam klingt es, als müsse man die Finca überhaupt nicht mehr verlassen.

Doch. Unbedingt sogar.


Warum organisiert ihr dann so viel direkt dort?

Damit du die Finca verlässt, weil du etwas erleben willst. Nicht weil die Milch alle ist.


Da ist sie wieder.

Die Milch ist ein unterschätzter Gegner des Urlaubs.


Und der WOW Markt soll dieses Problem lösen?

Unter anderem. Du bestellst vorher Getränke, Frühstück, Obst, Gemüse und den ganzen normalen Kram. Das kommt zur Unterkunft und kann auf Wunsch schon im Kühlschrank stehen.


Also landen, Finca, Kühlschrank auf?

Kaltes Getränk.


Du hast darüber offensichtlich länger nachgedacht.

Jeder braucht Prinzipien.


Wie findet ihr eigentlich all die Leute für diese Services?

Wir suchen Menschen auf Mallorca, die ihre Sache richtig gut machen. Nicht 25 Anbieter für dasselbe. Lieber einen, bei dem wir sagen: Den würden wir auch zu unseren Freunden schicken.


Also keine anonyme Vermittlungsmaschine?

Das wäre langweilig. Mallorca funktioniert sowieso über Menschen. Einer kennt einen Fischer. Der kennt jemanden mit einem Boot. Jemand kennt den Koch. Irgendwer weiß, wo du wirklich essen solltest. Die guten Dinge stehen erstaunlich selten auf Seite eins einer Vergleichsplattform.


Du behauptest ja auch, Mallorquinisch bei Fischern gelernt zu haben.

Gelernt habe ich es nie.


Sondern?

Zugehört.


Und das reicht?

Eigentlich ganz einfach.


Was wäre dein Rat an jemanden, der gerade eine Finca auf Mallorca mieten möchte?

Nicht zuerst das schönste Haus anklicken.


Sondern?

Erst überlegen, wie der Urlaub aussehen soll. Wie viele Leute? Kinder dabei? Jeden Tag Strand? Viel Ruhe? Restaurants zu Fuß? Dorf oder Land? Mietwagen okay? Wenn das klar ist, wird die Finca plötzlich viel einfacher.


Und der Preis? Was kostet eine gute Finca auf Mallorca?

Das hängt von Reisezeit, Lage, Größe und Ausstattung ab. Und auch da machen Menschen manchmal seltsame Rechnungen. Eine große Finca sieht beim Gesamtpreis erstmal teuer aus. Wenn zehn Leute darin wohnen, sollte man vielleicht irgendwann durch zehn teilen.


Geteilter Preis ist kleiner Preis?

Mathematik. Ich habe sie nicht erfunden.


Was ist für dich Luxus auf Mallorca?

Zeit.


Das war jetzt überraschend ernst.

Du hast gefragt.


Und ein Pool?

Hilft bei der Zeit.


Ein Privatkoch?

Auch.


Ein voller Kühlschrank?

Enorm.


Und dieses rote Telefon?

Das ist für die Momente, an die wir vorher nicht gedacht haben.


Also doch der heimliche Star von WOW FINCA?

Vielleicht.


Vielleicht?

Ein gutes rotes Telefon drängt sich nicht in den Vordergrund.


Und was ist am Ende die perfekte Finca?

Die, über die du nach zwei Tagen nicht mehr nachdenkst.


Das musst du erklären.

Wenn du ständig über das Haus redest, stimmt meistens irgendwas nicht. Zu wenig Platz. Zu weit weg. Irgendwas fehlt. Wenn die Finca wirklich passt, passiert etwas anderes.


Was?

Dann redest du über den Bäcker. Über diese kleine Bucht, die ihr gefunden habt. Über den Abend mit dem Koch. Darüber, dass jemand morgens um elf schon Wein aufgemacht hat. Über den absurden Laden im Dorf. Über den Fischer, den du kennengelernt hast. Über die Nacht, in der plötzlich alle bis drei draußen saßen.


Und das Haus?

Hat die ganze Zeit einfach seinen Job gemacht.


Das ist also „Mallorca. Aber richtig.“?

Ja.


Mehr nicht?

Doch.


Was?

Irgendwann klingelt das rote Telefon.



DREI DINGE, DIE MAN SICH MERKEN KANN

DAS ROTE TELEFON

Sieht aus wie Requisite. Ist aber ernst gemeint. In jeder WOW FINCA steht ein altes rotes Wählscheibentelefon auf einer Stele. Es kann genau eine Nummer erreichen: WOW FINCA. Koch, Boot, Restaurant, Fahrräder oder irgendeine Idee, die einem erst auf Mallorca einfällt. Der eigentliche Luxus ist nicht das Telefon. Sondern dass jemand rangeht.


WENIGER FINCAS. ABSICHTLICH.

Keine 400 Ferienhäuser, 900 Pools und irgendwann völlige Orientierungslosigkeit. WOW FINCA sucht lieber weniger Fincas auf Mallorca aus und schaut genauer darauf, für wen sie funktionieren: Familien, Freunde, sechs Personen oder eine ziemlich große Gruppe. Denn zwölf Betten machen noch lange keinen guten Urlaub zu zwölft.

URLAUB BEGINNT NICHT IM SUPERMARKT

Lebensmittel und Getränke können bereits vor der Anreise bestellt und zur Finca geliefert werden. Auf Wunsch wird sogar eingeräumt. Landen. Ankommen. Kühlschrank auf. Gassi hält das für eine der größeren Errungenschaften der modernen Zivilisation.


GASSI

LINKS


WOW Concierge – Services für den Mallorca-Urlaub
WOW FINCA Privatkoch
WOW FINCA Supermarkt mit Lieferservice in die Finca

Mit Kindern auf Mallorca – Ausstattung für die Finca
WOW Magazin – Mallorca Geschichten & Tipps

Gassi eben: Gassi lebt auf einer zwölf Meter langen Segelyacht im Hafen von Palma und beschäftigt sich seit Jahren auf seine ganz eigene Art mit Mallorca. Mallorquinisch hat er nach eigener Aussage nie gelernt, sondern bei Fischern zugehört. Er kennt Menschen, Orte, Buchten, Bars und inzwischen erstaunlich viele Dinge, die in einen vernünftigen Kühlschrank gehören.

Für WOW FINCA sieht er sich Fincas und Gegenden auf Mallorca an – und stellt dabei bevorzugt Fragen, die in klassischen Ferienhausbeschreibungen eher selten vorkommen. Wo gibt es morgens Brot? Wie weit ist das Meer wirklich? Und funktioniert ein Haus auch noch, wenn zehn Menschen gleichzeitig Urlaub darin machen?

Fotos Katja und Gassi

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