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2022-11-07 Stadtgeflüster Illustration Ekki kurz.tif

Tom Feuerstacke und Dominic Stern streifen verbal durch das Beverland

WO GRUPPEN FEIERN, FIRMEN WACHSEN UND HOCHZEITEN FLIEGEN LERNEN

Zwischen Ostbevern und dem Rest der Welt liegt ein Ort, der auf den ersten Blick wie ein verschlafener Fleck im Münsterland wirkt. Doch wer genauer hinschaut, spürt schnell, dass hier seit Jahren etwas wächst, das man so kaum erwartet hätte: ein eigenes kleines Universum für Gruppen, Feierwütige, Tagungsteams und Hochzeitspaare. Mitten darin steht Dominic – einer, der das Beverland nicht nur kennt, sondern gelebt hat, lange bevor es zu dem wurde, was es heute ist. Ein Mann, der beim Reden leise bleibt, aber beim Erzählen dieser wilden Erfolgsgeschichte leuchtet. Einer, der weiß, wie sich 60 000 Gäste im Jahr anfühlen und warum man trotz Chaos, Kegelklubs und krummer Überraschungen genau diesen Job liebt. Ein Gespräch über Leidenschaft, Logistik, Looping Louie und die Kunst, Gruppen glücklich zu machen.

Dominic, wenn du privat mit Freunden oder der Familie unterwegs bist und ihr in ein Vier-Sterne-Hotel eincheckt, fernab vom Berufsalltag. Was geht dir da durch den Kopf und was erwartest du realistisch von so einem Haus?




Ich erwarte offen gesagt erstaunlich wenig. Im beruflichen Alltag habe ich ständig mit Hotels und deren Angeboten zu tun. Dadurch hat für mich vieles an diesem klassischen Hotelzauber etwas von Arbeitsumgebung. Ich merke, dass ich dann privat eher minimalistisch unterwegs bin. Mir reichen ein sauberes Zimmer, ein ordentliches Bett, ein vernünftiges Bad und die Ruhe, einfach mal abschalten zu können. Ich benötige kein riesiges Wellnessprogramm und keine übertriebene Inszenierung. Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit, Stress und Detailplanung hinter all diesen Abläufen steckt. Das macht mich als Gast automatisch nachsichtiger. Ich beobachte viel, registriere natürlich, wie etwas organisiert ist, aber ich gehe mit einer Grundhaltung in einen solchen Aufenthalt, die sagt, dass Perfektion nicht der Maßstab sein muss, solange die Menschen sich Mühe geben und der Rahmen stimmt.



Wenn du dann doch einmal in einem Restaurant oder Hotel landest, in dem Essen, Service oder Atmosphäre deutlich hinter deinen Erwartungen zurückbleiben, wie gehst du als Branchenprofi innerlich und äußerlich mit so einer Situation um?




In solchen Momenten schalte ich automatisch meinen beruflichen Blick dazu, lasse ihn aber bewusst nicht eskalieren. Ich weiß, wie schnell ein Abend kippen kann, wenn zu wenig Personal da ist, jemand krank geworden ist oder Abläufe einfach nicht greifen. Wenn mein Essen nicht überzeugt oder der Service zäh wirkt, ärgere ich mich innerlich vielleicht kurz, aber ich mache daraus kein Drama. Ich würde keine wütende Onlinebewertung verfassen und keine große Szene machen. Mir ist immer klar, dass dort Menschen arbeiten, die auch mal einen schlechten Tag haben dürfen. Wenn ich den Betreiber oder die Verantwortlichen kenne, suche ich lieber den direkten Austausch. Dann schildere ich ruhig, was mir aufgefallen ist, und gebe die Rückmeldung eher als konstruktiven Hinweis. So kann daraus im besten Fall eine Verbesserung entstehen, ohne dass jemand öffentlich an den Pranger gestellt wird. Diese Kultur der anonymen Empörung im Netz entspricht mir überhaupt nicht.



Zudem erlebst du bestimmt auch Situationen, in denen Service und Atmosphäre dich komplett abholen. Wie gehst du mit echter Begeisterung um, wenn du als Gast unterwegs bist und alles passt?




Wenn mich ein Restaurant oder Hotel positiv überrascht, empfinde ich das fast als Privileg, weil ich beruflich sehr viel gesehen habe und entsprechend schwer zu beeindrucken bin. In solchen Fällen nehme ich mir bewusst Zeit, um das auch sichtbar zu würdigen. Dann schreibe ich eine positive Bewertung oder empfehle das Haus sehr aktiv im eigenen Umfeld weiter. Ich empfinde es als Ungleichgewicht, dass viele Menschen nur dann aktiv werden, wenn sie unzufrieden sind. Gute Leistung wird häufig still hingenommen, schlechte dagegen laut kommentiert. Ich möchte ein Gegengewicht dazu setzen und Unternehmen unterstützen, die mit Leidenschaft arbeiten und ihren Gästen einen besonderen Moment schenken. Für mich ist eine ehrliche, positive Rückmeldung eine Form von Respekt vor der Arbeit der Teams, die im Hintergrund ganz viel investieren, damit der Gast einen runden Aufenthalt erlebt.



Beenden wir deine Reise und kommen wir zu deiner Herzensangelegenheit. Wenn du auf die Entwicklung des Beverland-Projekts schaust, vom einstigen Industrieareal an der Bahnlinie bis zum heutigen Gruppenresort, wie würdest du diesen Weg aus deiner Perspektive zusammenfassen?




Für mich fühlt sich diese Entwicklung wie eine lange, intensive Reise an, die im Rückblick unglaublich stimmig wirkt. 2009 sind wir mit dem Hotelstandort gestartet, damals mit einer relativ kleinen Mannschaft und vielen Fragezeichen. Wir wussten noch nicht, wie stark das Konzept wirklich angenommen werden würde. Im Laufe der Jahre sind wir langsam, dann immer schneller gewachsen. Aus anfänglich gut einem Dutzend fest angestellter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde ein Unternehmen mit heute rund 80 bis 90 Personen. Parallel dazu ist auch der Zuspruch unserer Gäste gestiegen. Mittlerweile begleiten wir rund 60.000 Menschen pro Jahr durch Veranstaltungen, Wochenenden, Tagungen und Feierlichkeiten. Der rote Faden war von Anfang an das Thema Gruppe. Dieser Gedanke hat das Projekt geprägt, lange bevor er im Namen sichtbar war. Heute spiegelt sich diese klare Ausrichtung im Begriff Gruppenresort wider, und ich sehe darin das Ergebnis vieler kleiner Schritte, vieler Ideen und eines Teams, das sich über Jahre gemeinsam weiterentwickelt hat.


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Der Ursprung ist für mich mit der Person Dirk Boll verbunden

Ihr seid bekannt dafür, fast ausschließlich auf Gruppen zu setzen. Wie unterscheidet sich dieses Profil aus deiner Sicht von einem klassischen Stadthotel mit überwiegend Individualreisenden?




Ich sehe Beverland ganz bewusst nicht als Hotel, das zufällig auch Gruppen aufnimmt, sondern als Haus, das um den Gruppengedanken herum gebaut wurde. Im Gegensatz zu vielen Stadthotels, die vor allem Individualreisende, Geschäftsleute oder Städtetouristen im Blick haben, richten wir unser Angebot konsequent auf Menschen aus, die gemeinsam etwas erleben wollen. Natürlich haben wir auch Individualgäste, vorwiegend in ruhigeren Zeiten oder über Erlebnisportale, aber diese Gäste bewegen sich eher am Rand unseres Kerngeschäfts. Der Hauptfokus liegt auf Clubtouren, Vereinen, Firmen, Hochzeitsgesellschaften und anderen Gruppen, die mit einem gemeinsamen Anlass zu uns kommen. Dieser Fokus beeinflusst alles, von der Art der Zimmer über das Rahmenprogramm bis zu unserer Logistik. Damit unterscheiden wir uns deutlich von Häusern, die eher einen neutralen Raum für viele verschiedene Reiseanlässe bieten.



Viele verbinden euch mit Wochenendtouren, Kegelklubs und Partygruppen. Gleichzeitig gibt es Müller Touristik und das Wangerland-Projekt. Wie erlebst du die Verbindung zwischen diesen Welten und eure Rolle darin?




Für mich gehört das alles zu einem größeren Bild. Müller Touristik ist ein starker Player im Segment der Wochenend-Gruppentouren und passt inhaltlich sehr gut zu dem, was wir hier im Beverland tun. Über unseren Geschäftsführer Dirk Boll gibt es eine direkte Verbindung, da er sowohl bei Müller Touristik beteiligt ist als auch das Wangerland Resort an der Nordsee führt und gleichzeitig für Beverland Verantwortung trägt. Aus meiner Sicht ist Wangerland wie eine erweiterte Version unserer Idee, mit mehr Zimmern, mehr Fläche und zusätzlichen Möglichkeiten, den Gruppengedanken zu leben. Am Ende arbeiten all diese Projekte an derselben Aufgabe, nämlich Gruppen ein intensives gemeinsames Erlebnis zu ermöglichen. Beverland ist dabei ein Baustein in einem Netzwerk von Angeboten, die einander ergänzen. Ich empfinde das als sehr stimmiges Konstrukt, weil überall derselbe Grundgedanke wirkt, nur in unterschiedlichen Ausprägungen.



Wenn du an den Ursprung des Ganzen denkst, an den kleinen Bauernhof, an Teamspiele und mittelalterliches Essen, wie würdest du den Startpunkt der Beverland-Geschichte beschreiben?




Der Ursprung ist für mich eng mit der Person Dirk Boll verbunden. Schon während seiner Ausbildung hat er gespürt, dass er eigene Ideen umsetzen und Gruppenangebote entwickeln möchte. Mit dem gemieteten Bauernhof in Westbevern hat er genau das getan. Dort entstanden die ersten Teamaktivitäten: Bosseltouren, Armbrustschießen, Tandemfahrten und abendliche Landsknechtessen. Aus heutiger Sicht wirkt das wie ein Prototyp von Beverland. Die Resonanz war gut, die Nachfrage wuchs. Eines Tages war klar, dass eine gemietete Scheune keine langfristige Lösung ist. Der Kauf des Hofes Beverland war der nächste logische Schritt. Von dort aus wurden Gäste zunächst in umliegende Hotels verteilt. Schließlich reifte die Erkenntnis, dass ein eigenes Hotel sinnvoll wäre, um die Wertschöpfung an einem Ort zu bündeln und den Gästen ein geschlossenes Erlebnis anzubieten. So entstand auf dem Gelände des ehemaligen Kaseinwerks das Landhotel mit Themenzimmern, während die alten Fabrikgebäude denkmalgerecht zum Restaurant und Veranstaltungsort wurden. Für mich ist das eine klassische Pioniergeschichte, die aus vielen mutigen Entscheidungen besteht.



Du selbst hast einen sehr geraden Weg in die Eventbranche gemacht. Wenn du auf deine Ausbildung und dein Studium schaust: Wie hat dich dieser Weg auf deine heutige Rolle vorbereitet?




Ich sehe meinen Werdegang als glückliche Fügung und als Ergebnis klarer Interessen. Nach dem Abitur habe ich bei der Organisation unserer Abiparty gemerkt, wie viel Freude es mir bereitet, ein Ereignis zu planen, Menschen zusammenzubringen und am Ende zuzusehen, wie die Stimmung trägt. Das war mein persönlicher Aha-Moment. Die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann war für mich die logische Konsequenz. Diese Ausbildung war damals noch relativ neu und hat mir eine praktische Basis gegeben, von der ich bis heute zehre. Danach wollte ich das Ganze fachlich vertiefen und habe ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Eventmanagement angeschlossen. Diese Kombination aus praktischer Erfahrung und betriebswirtschaftlichem Hintergrund erleichtert es mir heute, die Brücke zwischen kreativen Ideen, kaufmännischer Verantwortung und operativer Umsetzung zu schlagen. Als Verkaufsleiter profitiere ich davon jeden Tag, weil ich sowohl die Bedürfnisse der Gäste als auch die Abläufe im Hintergrund verstehe und in Einklang bringen kann.



Sechzehn Jahre im selben Unternehmen, mit Aufbauarbeit, Krisen und Wachstumsschüben, sind eine lange Zeit. Was bedeutet dir dieser Ort zwischen Münster und Osnabrück persönlich?




Für mich ist Beverland längst mehr als nur ein Arbeitsplatz. Ich habe das Unternehmen durch viele Phasen begleitet, von den Anfängen bis zur heutigen Größe. Ich habe miterlebt, wie Strukturen entstanden, wie Teams gewachsen sind, wie Konzepte funktionieren oder sich verändert haben. Die Corona-Zeit war ein besonderer Einschnitt, weil sie alles infrage gestellt hat, was wir mit Gruppenveranstaltungen verbinden. Gerade in dieser Phase hat sich gezeigt, wie viel Loyalität und Leidenschaft im Team stecken. Dass ich nach so vielen Jahren immer noch gerne hier bin, liegt an diesem besonderen Mix aus Herausforderung, Gestaltungsspielraum und emotionalen Momenten mit unseren Gästen. Ich sehe meinen Job nicht als reinen Karriereschritt, sondern als Aufgabe, die man nur mit Herzblut auf Dauer gut machen kann. Dieser Ort hat sich dadurch auch für mich persönlich zu einem Stück Heimat entwickelt.


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Jede Aktivität ist im Grunde ein Werkzeug

Ihr verbindet ausgelassene Gruppenreisen mit romantischen Hochzeiten. Wie gelingt es dir und deinem Team, diese unterschiedlichen Welten räumlich und atmosphärisch unter einen Hut zu bringen, ohne dass sie einander stören?




Der Schlüssel liegt für mich in einer klaren räumlichen Trennung und kluger Planung. Gruppen, die für ein Partywochenende oder einen Vereinsausflug kommen, nutzen in der Regel das Landhotel Beverland zum Übernachten und verbringen ihre Programme hauptsächlich am Hof Beverland. Hochzeiten finden dagegen vorwiegend in den Räumen des Kaseinwerks und weiteren Eventlocations statt, die mit dem Gruppenbetrieb nur wenig Berührungspunkte haben. Begegnungen gibt es höchstens an der Rezeption oder wenn jemand nachts auf dem Rückweg ins Zimmer durch die Lobby läuft und dort noch Licht sieht. Die Hotelbar ist bewusst klein gehalten, eher als Ergänzung denn als große Bühne. Gleichzeitig profitieren besonders unsere Wochenendgäste vom All-inclusive-Konzept, das ihnen Essen und Getränke in verschiedenen Bereichen sichert. Dadurch bleiben die jeweiligen Gruppen meist in ihrer eigenen Erlebniswelt. Für mich ist es jedes Mal schön zu sehen, wie gut diese Trennung funktioniert und wie entspannt dadurch sowohl Hochzeitspaare als auch Partygäste ihren Aufenthalt genießen können.

Unter der Woche wirkt euer Resort deutlich ruhiger von außen. Wie erlebst du die Transformation vom Partywochenende zum Businessbetrieb mit Tagungen und Teamtrainings?




Für mich ist diese Transformation ein fester Bestandteil unserer Identität. Am Montagmorgen fühlt sich das Gelände anders an als am Samstagabend. Unter der Woche dominieren klare Strukturen, Tagungsräume, Flipcharts und Technik. Firmen kommen mit konkreten Zielen zu uns, möchten Strategien erarbeiten, Teams weiterentwickeln oder Inhalte vermitteln. Wir bieten dafür Tagungspakete, Meetingräume, Kongressmöglichkeiten und zusätzlich eine große Bandbreite an Teamevents. Unsere Trainerinnen und Trainer sorgen dafür, dass aus einem Tagungsbesuch ein echtes Teamerlebnis wird. In den Ferien verschiebt sich der Schwerpunkt und es kommen mehr klassische Urlaubsgäste, die ein paar Nächte bleiben und insbesondere im Sommer unseren Außenpool genießen. Ich mag diese Wechsel sehr, weil sie dafür sorgen, dass kein Tag dem anderen gleicht und das Resort je nach Wochentag verschiedene Gesichter zeigt, ohne seine Grundausrichtung zu verlieren.

Vom Looping Louie in Lebensgröße über Boßeln bis zur Bombenentschärfung als Teamevent – euer Programm ist fast wie ein Freizeitpark für Gruppen. Was macht für dich den Kern dieser Aktivitäten aus?




Für mich steht immer die gemeinsame Erfahrung im Mittelpunkt. Jede Aktivität ist im Grunde ein Werkzeug, um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Barrieren abzubauen und Erinnerungen zu erzeugen. Ob eine Gruppe boßelt, einen Fünfkampf austrägt, im Planwagen über die Wege fährt oder im Kanu unterwegs ist, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass alle gemeinsam lachen, sich bewegen und miteinander ins Gespräch kommen. Der Looping Louie in XXL ist dafür ein anschauliches Beispiel. Viele kennen das Spiel im Kleinformat und erleben bei uns eine vollkommen neue Dimension. Im Firmenkontext geht es zusätzlich um Teamentwicklung. Der Niedrigseilgarten, Reifenkisten oder Floßbau, Adventure Games oder eine inszenierte Bombenentschärfung fordern Teams auf andere Weise heraus. Früher gehörte auch das Wilsberg-Krimispiel dazu, bei dem Gruppen gemeinsam Rätsel lösten. Ich sehe dieses Angebot als Werkzeugkasten, aus dem wir für jede Gruppe genau die Bausteine auswählen, die zu Anlass, Dynamik und Ziel passen.

Bei rund 60 000 Gästen im Jahr kommen zwangsläufig auch extreme Situationen vor. Welche Geschichte hat dich im negativen Sinn besonders beschäftigt und welche Art von Momenten gibt dir im Alltag immer wieder neue Energie?




Die Geschichte, die mich negativ am meisten beschäftigt hat, war eine Hochzeit, die im Vorfeld nicht bezahlt wurde. Die Gesellschaft stand hier, bereit zu feiern, aber die finanzielle Grundlage fehlte. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass eine klare Zahlungsunfähigkeit vorlag und der Versuch, uns bewusst zu umgehen. Wir mussten die Veranstaltung absagen, was für die Gäste extrem bitter war. Für mich war das ein Moment, der noch einmal deutlich gemacht hat, wie wichtig klare Regeln sind, auch wenn das emotional sehr schwer auszuhalten ist. Auf der positiven Seite erlebe ich ständig Situationen, die mir Energie geben. Das sind die vielen kleinen Momente, in denen eine Gruppe nach einem Wochenende strahlend abreist, ein Hochzeitspaar sich für die Begleitung bedankt oder Firmen berichten, dass das Teamevent wirklich etwas verändert hat. Auch der Besuch prominenter Gäste ist spannend, aber am Ende sind es eher diese vielen unspektakulären, ehrlichen Reaktionen, die mir zeigen, dass sich der Aufwand lohnt.

Kapazitäten, Saisons, Auslastung, externe Unterkünfte – diese Themen prägen deinen Alltag im Verkauf. Wo siehst du ganz konkret die Grenzen dessen, was Beverland leisten kann, und wie gehst du mit der großen Nachfrage um?




Die Grenze verläuft für mich in erster Linie dort, wo Qualität und Verlässlichkeit in Gefahr geraten würden. Wir sind nahezu das ganze Jahr geöffnet und haben vor allem von April bis Dezember eine sehr hohe Nachfrage. In dieser Zeit müssen wir genau hinsehen, welche Gruppen wir annehmen können, um den bestehenden Gästen gerecht zu werden. Im Hotelbereich liegt unsere maximale Bettenkapazität aktuell bei etwa 200 Personen. Ferner greifen wir auf externe Hotels im Umland zurück, die wir ins Gesamterlebnis einbinden. Gleichzeitig haben wir viele Tagesgäste, die ohne Übernachtung kommen, aber das volle Programm nutzen. Großveranstaltungen mit mehreren Hundert Teilnehmern funktionieren nur, wenn die Logistik stimmt. Shuttles, Anreise per Zug, Transfers zu externen Unterkünften – all das muss geplant und abgesichert sein. Wer sicher gehen will, insbesondere bei großen Feiern oder großen Firmenevents, sollte mindestens acht bis zwölf Monate im Voraus anfragen. Kurzfristige Lösungen sind immer möglich, solange Kapazitäten frei sind, aber ich kommuniziere offen, wo unsere Grenzen liegen, damit wir ein realistisches Versprechen abgeben.

Danke für das Gespräch.




Danke dir.

Dominic Stern


1983 in Telgte geboren, hat er seinen Weg vom Veranstaltungskaufmann zum Eventmanager gefunden und gehört seit über 16 Jahren zum festen Fundament des Beverland-Resorts. Wenn er nicht gerade Gruppen durch Erlebniskonzepte führt, findet man ihn beim Basketball oder mit der Angel in der Hand am Wasser.

lllustration Thorsten Kambach / Fotos Beverland-Resort

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