Thorsten Kambach telefoniert mit Erkan Ular – wieder mal – über zivilen Ungehorsam und wie er damit umgeht.

Die Weltlage ist alarmierend, vor allem in der Gastronomie. Wenn es mit den einschränkenden Maßnahmen weitergeht wie bisher, droht laut wichtigen Leuten der zivile Ungehorsam. Das kann nicht wahr sein – oder etwa doch? Fragen wir den, der sich auskennt, wie kein zweiter, den wahnsinnig wichtigen Gastronomen Erkan Ular.

ERKAN IN KETTEN?

Erkan, dir hat der Staat den Teppich unter deinen Füßen weggezogen – wie lange hältst du noch durch?

Einen Monat. Also bis Ende März. Ich verlasse mich drauf, dass es ab April langsam wieder losgeht – obwohl es offensichtlich keinerlei Konzept für irgendwas gibt. Ich werde wohl wieder mal ein eigenes Konzept fahren müssen und bin natürlich vorbereitet auf die Regeln, die einzuhalten sind und die wir einhalten werden. Wir arbeiten mit dieser LucaApp, scannen die Gäste, alles quasi wie in China, nur eben mit geiler Bar.

Apropos China, die haben Corona im Griff, hörte ich – mit der absoluten Nachverfolgung aller Bewegungen. Erkan, möchtest du hier Verhältnisse wie in China?

Nein, natürlich nicht. Aber schneller als unsere Bundesregierung wären wir Unternehmer allemal. Die Politiker sind eben dran gewöhnt, nichts zu leisten. Was soll man da erwarten. Anders gesagt: wir könnten das besser.

Sind vielleicht alle überfordert in den Ämtern?

Klar, die sind arbeiten halt nicht gewohnt. Die haben ganz einfach andere Routinen im Kopf, das ist ungefähr so, als wärst du Zahnarzt, und sollst nun eine Gehirnoperation machen. 

Was die Politiker aber recht gut können, sind Masken vermitteln …

… aber nur, weil sie daran privat verdienen. Ich könnte kotzen. 

Würdest du, wenn du im Bundestag wärst, nicht auch Maskendeals machen, wenn du die Gelegenheit hättest?

Ich? Never! Ich werde niemals, egal welches Amt ich ausüben werde, Masken vermitteln, bzw. die Situation so hemmungslos ausnutzen. Und du weißt, dass ich sicherlich amtlich werde.

Erkan, der eigentliche Grund, warum ich dich sprechen wollte ist, dass ich gelesen habe, dass ziviler Ungehorsam droht, sollten die Maßnahmen weitergehen. Wirst du also zivil ungehorsam?

Ich sag mal so: wenn ich meinen Laden erst einmal wieder geöffnet habe, werde ich nicht wieder schließen, auch wenn es der Staat so möchte. Ich würde mich anketten. Das ist mein Plan. Weil ich nicht einsehe, ständig die Unfähigkeit der Bundesregierung auszubaden. Mir reichts. Ich. Kette. Mich. An.

Ist das ernstgemeint?

Ja. Wenn ich wirklich wieder zumachen soll, dann müssen die mich aus meinem Laden rausschneiden oder watt weiß ich, in den Knast stecken oder direkt vor Ort erschiessen, ich bleibe auf. 

Dann los, Erkan, steig endlich wirklich in die große Politik ein und mach es besser!

Es bleibt mir anscheinend tatsächlich nichts anderes über, als dass ich da oben den Laden aufmische und ablöse. Zeit habe ich ja … 

Danke für diese wichtigen Worte, Erkan.

Interview und Illustration: Thorsten Kambach

Erstmalig erschien dieser Text in Stadtgeflüster Interview März 2021.

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